Biersteuer

WER HAT DIE BIERSTEUER ERFUNDEN?

Man wĂŒrde den Herrn gern kennenlernen, um ihm klarzumachen, was man von ihm hĂ€lt. Aber wer war es? Ein MĂŒnchner? Ein Bremer? Ein FĂŒrst? Ein Stadtrat?BIERSTEUER

Man weiß es nicht. Die erste Biersteuer, die bei uns bekannt wurde, war wohl die »Grut-Abgabe«, die auf die »Grut« (die BierwĂŒrze) erhoben wurde. Sie war schon in der Zeit Karls des Großen und danach ĂŒblich, zwischen den Jahren 800 und 1000. Von der nĂ€chsten Steuervorschrift erfuhr man erst wieder aus der schönen Reichsstadt Ulm. Die fĂŒhrte 1220 eine regelrechte Biersteuer ein.1388 Ă€rgerte Markgraf Friedrich VI. die Brauer wie die Zecher in Kulmbach und Umgebung. Er saß auf der Plessenburg, direkt bei Kulmbach, und erhob einen »Zapfenpfennig« sowie eine »Tranksteuer«: fĂŒr jedes Fuder Bier einen Gulden. »Die herrschaft in der stat und auff dem lande nuemet von iglichem futer pires ein gulden zu ungelt« verordnete er.

Dann kamen alsbald die Hamburger mit einer Biersteuer und 1543 die Bayern. (Zwar kannten die MĂŒnchner schon seit 1385 eine GetrĂ€nkesteuer, aber die galt nur fĂŒr den Wein.) Mit der bayerischen Biersteuer hatte es eine besondere Bewandtnis. Die beiden Herzöge Wilhelm und Ludwig - die gleichen, die das hochwohllöbliche Reinheitsgebot erlassen hatten - brauchten Geld. Sie wollten die schwĂ€bischen Orte Gundelfingen, Lauingen und HöchstĂ€dt kaufen. So nahmen sie zunĂ€chst Maut fĂŒr die Einfuhr und Durchfuhr auslĂ€ndischer Weine. Dann besteuerten sie das in Bayern hergestellte und getrunkene Bier. Die Orte wurden dann zwar doch nicht gekauft, aber die Steuer behielt man bei. Denn inzwischen mußte ein TĂŒrkenkrieg finanziert werden.

1543 lag diese Steuer bei 2 Kreuzern pro Eimer. 1594 war sie schon auf 17 Kreuzer und einen Heller gestiegen. Ein solcher Eimer faßte 64 bayerische Maß. Und da die 17 Kreuzer plus einem Heller annĂ€hernd 64 Silberpfennigen entsprachen, kam der berĂŒhmte »Bierpfennig« ins GesprĂ€ch.

Nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg wurde dieser »Bierpfennig« viermal hintereinander erhöht. Vor der fĂŒnften Erhöhung im Jahre 1749 klagte die Brauerzunft, daß in kurzer Zeit 37 Brauer und Brauerinnen aus Furcht und Schrecken, Angst und Not gestorben seien.

Heute richtet sich die Steuer vor allem nach dem Gehalt an StammwĂŒrze im Bier. Einfachbier kostet nur die HĂ€lfte des Vollbiers, Starkbier die HĂ€lfte mehr. Ein zweiter Gesichtspunkt fĂŒr die Berechnung der Steuer ist die GrĂ¶ĂŸe der Brauerei. Wer mehr Hektoliter umsetzt, muß mehr bezahlen. Das soll die kleinen Betriebe ein wenig unterstĂŒtzen.